D&O-Versicherung: Anhaltender Prämienabrieb im Vorreitermarkt USA - Press - Towers Perrin
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D&O-Versicherung: Anhaltender Prämienabrieb im Vorreitermarkt USA

Prämienrückgang im nordamerikanischen D&O-Markt hält auch 2007 an

D&O-Schutz für den Mittelstand in den USA weit verbreitet

Steigende Nachfrage nach D&O-Schutz im Non-Profit-Bereich

Köln, 23. September 2008 – Seit vier Jahren befinden sich die Prämien für D&O-Versicherungen (Directors and Officers Liability) im U.S.-Markt im freien Fall. Dieser Trend hält auch im Jahr 2007 an. Dies zeigt die Studie zum D&O-Versicherungsmarkt, die Towers Perrin in den USA zum 30. Mal durchgeführt hat und deren Ergebnisse seit kurzem verfügbar sind. Der Blick auf den nordamerikanischen Markt lohnt sich, da die D&O-Versicherung dort eine sehr viel längere Tradition als in Deutschland hat. Entwicklungen in den USA sind häufig leicht zeitverzögert auch auf dem deutschen Markt zu beobachten. Im vergangenen Jahr hat Towers Perrin erstmals auch in Deutschland Unternehmen zu ihrer D&O-Versicherung befragt. Die Ergebnisse dieser Studie sind seit Januar dieses Jahres erhältlich.

D&O-Schutz für den Mittelstand in den USA weit verbreitet

Die knapp 3.000 Teilnehmer der U.S.-Studie zahlten im Jahr 2007 eine durchschnittliche Prämie von US $ 148.118 für ihre D&O-Versicherung. Im Jahr 2006 waren dies noch US $ 228.054. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Teilnehmerkreis der beiden Studien nicht identisch ist. Bei Unternehmen, die in beiden Jahren an der Umfrage teilgenommen haben, sind die Beiträge im Durchschnitt um 14 Prozent gesunken.

In der deutschen D&O-Studie aus dem Jahr 2007 betrug die Durchschnittsprämie € 441.667. Dieser deutlich höhere Wert kommt dadurch zustande, dass bei der Umfrage in Deutschland in besonders hohem Maße große Aktiengesellschaften als Teilnehmer gewonnen werden konnten. In der U.S.-Studie sind kleine und mittlere Unternehmen sehr viel stärker vertreten. Der Vergleich der Prämien nach Unternehmensgröße zeigt aber, dass in den USA deutlich höhere Prämien gezahlt werden (siehe Tabelle 1). „Eine D&O-Deckung wird auch für den deutschen Mittelstand zunehmend üblich werden. Bei den derzeitigen Niedrigpreisen ist der Anreiz für kleine und mittlere Unternehmen groß“, sagt Stephan Westphal, Berater bei Towers Perrin.

Tabelle 1: Durchschnittsprämien im U.S.-Survey (2006 und 2007) und in der D&O-Studie Deutschland (2007) nach Bilanzsumme
Bilanzsumme Durchschnittliche Prämie
In Mio. EUR
bzw. Mio. USD
U.S.-Survey (2006)
(in Mio. USD)
U.S.-Survey (2007)
(in Mio. USD)
D&O Studie (2007)
(in Mio. EUR)
0 bis 50 41.771 46.715 8.080
50 bis 100 253.846 212.029 23.589
100 bis 400 382.062 345.835 30.644
400 bis 1.000 594.277 503.027 69.952
1.000 bis 5.000 1.035.155 689.728 180.769
5.000 bis 10.000 2.022.772 1.729.048 369.664
über 10.000 3.630.436 2.348.466 1.842.193
Gesamt 228.054 148.118 441.667

* Ein exakter Vergleich ist aufgrund der unterschiedlichen Währungen nicht möglich.

Verbesserte Bedingungen

Während die U.S.-Studie also vor allem für Großunternehmen einen fortgesetzten Rückgang der Durchschnittsprämien im Jahr 2007 belegt, lässt sich auch an den Antworten auf die Frage nach Änderungen in den Versicherungsbedingungen das ungebrochen weiche Marktumfeld ablesen: 61 Prozent der Studienteilnehmer konnten für das Jahr 2007 die Bedingungen zu ihren Gunsten verändern, nur für 3 Prozent der Befragten haben sich nachteilige Änderungen ergeben.

Kein eindeutiger Trend bei den Deckungssummen

Bei der Entwicklung der Versicherungssummen ist dagegen kein eindeutiger Trend feststellbar. Das durchschnittliche Limit aller Teilnehmer ist um ca. 15 Prozent zurückgegangen, für Teilnehmer mit einer Bilanzsumme über US $ 5 Mrd. dagegen sind die Versicherungssummen gestiegen (siehe Tabelle 2). Auch die Wiederholungsteilnehmer am Survey erhöhten ihre Deckungssumme um durchschnittlich 9 Prozent.

Tabelle 2: Durchschnittliche Versicherungssumme im U.S.-Survey (2006 und 2007) und in der D&O-Studie Deutschland (2007) nach Bilanzsumme
Bilanzsumme Durchschnittliche Versicherungssumme
In Mio. EUR
bzw. Mio. USD
U.S.-Survey (2006)
(in Mio. USD)
U.S.-Survey (2007)
(in Mio. USD)
D&O Studie (2007)
(in Mio. EUR)
0 bis 50 3,73 4,15 2,88
50 bis 100 12,03 13,07 7,33
100 bis 400 15,96 17,92 13,50
400 bis 1.000 28,01 26,57 40,75
1.000 bis 5.000 50,72 41,82 46,11
5.000 bis 10.000 94,14 102,73 47,51
über 10.000 128,26 146,36 123,03
Gesamt 11,55 9,86 49,5

* Ein exakter Vergleich ist aufgrund der unterschiedlichen Währungen nicht möglich.

D&O-Schutz für Non-Profits

Interessant ist auch der Blick auf den Non-Profit-Bereich: In den USA ist D&O-Schutz für gemeinnützige Organisationen keine Seltenheit. Die Prämien liegen deutlich niedriger: Zwischen durchschnittlich US $ 4.335 und US $ 24.356 zahlen Non-Profits je nach Organisationsgröße für die Absicherung ihrer Vorsitzenden. In dem Geschäftsfeld liegt dennoch Potenzial: 2007 gab es 67 Prozent mehr Nachfragen seitens der Organmitglieder von gemeinnützigen Organisationen nach einer Managerhaftpflicht-Police (2006: 32 Prozent). Im deutschen Markt ist das noch Zukunftsmusik. Doch auch bei den Non-Profit-Organisationen hierzulande gibt es erste Überlegungen zum D&O-Versicherungsschutz für Vorsitzende.

Zum Hintergrund der Studie

Seit 30 Jahren befragt Towers Perrin in den USA Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Non-Profit-Organisationen jährlich zu ihrem D&O-Versicherungsschutz. Im Jahr 2007 haben 2.927 Organisationen an der Studie teilgenommen. In Deutschland ist eine neue Erhebung im Jahr 2009 geplant.

Über Towers Perrin

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